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Glossar

Dieses Glossar wird mit der Zeit immer weiter ergänzt und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es soll vor allem Laien und Anfängern dabei helfen, einen ersten Überblick über die vielen Fachbegriffe zu bekommen. Falls jemand einen Fehler finden sollte, bin ich für einen kurzen Hinweis dankbar.

Weiterführende Informationen finden Sie außerdem auf den Infoseiten über schottische Dudelsäcke und über die Dudelsackmusik.

African Blackwood:Gemeint ist Grenadill, ein sehr beliebtes Holz für den Bau von Holzblasinstrumenten. Aus diesem Holz werden die meisten schottischen Dudelsäcke, aber auch andere Instrumente wie Klarinetten oder Oboen gebaut. Es ist sehr schwer und sehr dunkel, annähernd schwarz und hat einen recht hohen Ölgehalt.
Arundo donax:Schilf, aus welchem Reeds hergestellt werden.
Bag:Der Sack, der dem Instrument in der deutschen Sprache seinen Namen verleiht. Dient als Luftreservoir und verteilt gleichmäßig die Luft an alle Pfeifen. Bags werden traditionell aus Schafs-, Ziegen-, oder Rindsleder hergestellt. Inzwischen werden aber vermehrt synthetische Materialien verwendet. Viele moderne Bags haben einen luftdichten Reißverschluss unter dem Cover, um besseren Zugang zum Moisture Control System, dem Entfeuchtungssystem im Bag, zu ermöglichen. Lederbags müssen mit Seasoning luftdicht gemacht werden.
Bellow:Im Gegensatz zu mundgeblasenen Dudelsäcken, wird der Sack von Dudelsäcken, die bellow-blown sind, nicht mit dem Mund, sondern mit einem Blasebalg gefüllt. Der Spieler hat hierbei unter einem Arm den Sack und unter dem anderen den Bellow. In der Regel werden Scottish Smallpipes mit Bellow gespielt.
Blowpipe:Blasrohr mit Mundstück. Hierüber bläst der Spieler die Luft in den Sack, welche beim Spielen über Chanter und Drones austritt.
Bordun:Siehe Drone
Cane:Schilf. Hiermit ist meist gemeint, dass die Reeds aus Schilf, genauer Arundo donax und nicht aus synthetischen Materialien gefertigt sind.
Canntaireachd:Gesprochen: Kanntroch, Schottisch-Gälisch: Singen. Sing- bzw. Silbensprache, mit welcher früher Piobaireachd gelehrt und auch notiert wurde, bevor diese Musik auch auf die Staff Notation übertragen wurde. Piobaireachd wird auch heute noch singend gelehrt, da das Timing mit Staff Notation nur grob wiedergegeben werden kann und viel Interpretationsspielraum offen lässt.
Ceol Beag:Schottisch-Gälisch: Kleine Musik. Siehe Light Music
Ceol Mor:Schottisch-Gälisch: Große Musik. Siehe Piobaireachd
Chanter:Spielpfeife des Dudelsacks, auf der die Melodie gespielt wird. Der Chanter von schottischen Dudelsäcken hat acht Grifflöcher und damit einen Tonumfang von neun Tönen, also etwas mehr als eine Oktave. Der Ton des Chanters wird durch ein Doppelrohrblatt (Reed) erzeugt. Der Chanter einer Great Highland Bagpipe ist konisch gebohrt, was einen lauten Klang erzeugt. Der Chanter von Scottish Smallpipes ist zylindrisch gebohrt, wodurch er vergleichweise leise ist.
Cover:Stoff über dem Bag zur Zierde.
Crunluath:Der Crunluath dürfte die schwierigste aller Verzierungen sein und besteht aus den sieben einzelnen Gracenotes Low G, D, Low G, E, Low A, F, Low A und endet immer auf dem E. Er wird normalerweise nur im Piobaireachd gespielt. Die meisten Piobaireachd haben eine Crunluath Variation. Neben dem Standard Crunluath gibt es auch noch den Crunluath a mach, breabach und fosgailte.
Doppelrohrblatt:Siehe Reed
Drone:Bordun. Erzeugt durch ein Einfachrohrblatt (Reed) einen konstanten Dauerton, der für den typischen Klang des Dudelsacks verantwortlich ist. Die Great Highland Bagpipe hat zwei Tenor Drones, die eine Oktave tiefer sind als der Grundton Low A des Chanters und eine Bass Drone, die eine weitere Oktave tiefer ist.
Einfachrohrblatt:Siehe Reed
Embellishments:Siehe Gracenotes
Gracenotes:Diese sehr kurzen Noten sind charakteristisch für die Spielweise des Dudelsacks. Diese Verzierungen sind notwendig, um Leben in die Melodie zu bringen, da durch den Dauerton nur eine gleichbleibende Lautstärke und keine Pausen gespielt werden können.
Great Highland Bagpipe (GHB):Der Große Hochland Dudelsack ist das Instrument, welches in der Regel gemeint ist, wenn es um "den" schottischen Dudelsack geht. Wird über die Blowpipe mundgeblasen. Mehr Infos über das Instrument finden Sie hier.
Ground:Auch Urlar: Melodiethema eines Piobaireachd.
Hide Bag:Ledersack. Gemeint sind allerdings meistens Rindsledersäcke, da ansonsten von Sheepskin oder Goat Bags gesprochen wird. Siehe auch Bag, Sheepskin Bag
Highland Pipe:Siehe Great Highland Bagpipe
Light Music:Vereinfacht ausgedrückt: alles, was kein Piobaireachd ist. Umfasst Marches, Strathspeys, Reels, Hornpipes, Jigs, Airs. (Märsche, Tänze, sonstige Melodien)
Moisture Control SystemEntfeuchtungssystem. Soll die Reeds vor der Feuchtigkeit in der Atemluft schützen und so für Stimmstabilität sorgen. Hier gibt es unterschiedliche Systeme. Von einfachen Schläuchen, in denen sich das Wasser sammelt, bis hin zu Systemen mit Granulat, welches die Feuchtigkeit bindet.
Oktave:Tonintervall von zwölf Halbtonschritten und damit von einem Ton zum nächsten, mit dem selben Buchstaben. Z.B. von Low A zu High A.
Pentatonik:Fünfton-Musik. Eine Tonleiter, die aus fünf verschiedenen Tönen besteht. Schottische Dudelsackmusik ist recht häufig pentatonisch, da man trotz des begrenzten Tonumfangs des Chanters die G, A und D Pentatonik spielen kann.
Pipe Major:Dieser Begriff kann zwei ähnliche, aber doch unterschiedliche Bedeutungen haben. Bei der Army ist der Pipe Major eine Position. Ein Piper muss den Pipe Major's Course erfolgreich absolvieren um sich den Titel zu verdienen. Er ist der musikalische Leiter eine Pipe Band und übernimmt auch organisatorische Aufgaben. Außerhalb der Army gilt prinzipiell dasselbe, allerdings gibt es hier keine eigene Ausbildung. Die Position ist hier vergleichbar mit einem Leiter eines Musikvereins.
Piobaireachd:Gesprochen: Pibroch, Schottisch-Gälisch: Dudelsack spielen (wörtlich: das Pfeifen). Auch Ceol Mor, die große Musik, genannt. Wird auch als klassische Musik des schottischen Dudelsacks betrachtet, da sie bis ins 16. Jahrhundert zurück geht und sehr anspruchsvoll ist. Wird traditionell nur solo gespielt und besteht aus einem Melodiethema (Ground oder Urlar genannt) und mehreren, immer komplexer werdenden Variationen. Ein Stück dauert zwischen 5 und 20 Minuten.
Pitch:Die Tonhöhe des Grundtons Low A. Die Great Highland Bagpipe ist nicht auf den bei anderen Instrumenten üblichen Kammerton a'=440 Hz gestimmt, sondern etwas höher und nicht genormt. D.h. jeder Solopiper bzw. jede Band kann einen etwas anderen Pitch haben. Heutzutage liegt das Low A in etwa zwischen 470 und 482 Hz und damit etwas über dem normalen B (=engl. B flat), welches bei 466 Hz liegt. Früher war der Pitch der Highland Pipe etwas niedriger.
Practice Chanter:Mundgeblasene Übungsflöte. Anfänger lernen zunächst die Fingertechnik und die ersten Melodien auf dem Practice Chanter, um sich ganz auf die Finger konzentrieren zu können. Aber auch Profis üben täglich ihre Fingertechnik auf dem Practice Chanter. Auch später noch werden neue Stücke zuerst auf dem Practice Chanter gelernt.
Reed:Rohrblatt: Wird durch den Luftstrom ab einem gewissen Druck in Vibration versetzt und erzeugt dadurch einen Ton. Im Chanter wird ein Doppelrohrblatt mit zwei aufeinander liegenden Zungen verwendet. In den Drones dagegen Einfachrohrblätter mit nur einer Zunge. Reeds werden aus dem Schilf Arundo donax hergestellt. Heutzutage werden Chanterreeds selten, Dronereeds dagegen überwiegend auch aus Kunststoff hergestellt.
Rohrblatt:Siehe Reed
Scotch Snap:Typisch für schottische Musik, insbesondere für Strathspeys. Zwei aufeinander folgende Noten, zuerst die kurze (Cut), dann die punktierte Note (Point). In der Regel wird die kurze Note noch kürzer gespielt als notiert, um eine stärkere Betonung zu erreichen.
Scottish Smallpipes:Ein kleinerer, schottischer Dudelsack, der leiser ist als die Great Highland Bagpipe, aber mit der selben Griffweise. Wird in der Regel mit Bellow gespielt, aber es gibt auch mundgeblasene Varianten mit Blowpipe. Mehr Infos über das Instrument finden Sie hier.
Seasoning:Meist flüssiges Mittel, das in das Innere von Lederbags gerieben wird, um diese abzudichten.
Sheepskin Bag:Schafsledersack. Wirkt im gefüllten Zustand durch seine Spannung wie ein Resonanzfell auf die Pfeifen. Dadurch nehmen die Pfeifen die Vibrationen der Reeds besser auf und erzeugen einen etwas besseren Klang. Allerdings benötigen Sheepskin Bags mehr Pflege als andere Bags, weshalb sie eher von Spielern auf höherem Level bevorzugt werden. Siehe auch Bag
Staff Notation:Die moderne Notenschrift mit fünf Notenlinien und Notenschlüssel.
Taorluath:Der Taorluath ist eine Verzierung aus den vier einzelnen Gracenotes Low G, D, Low G, E. Der Taorluath kommt sowohl in der Light Music als auch im Piobaireachd vor. Die meisten Piobaireachd haben eine Taorluath, manche auch eine Taorluath a mach Variation.
Tape:Ein schmales, schwarzes oder durchsichtiges Klebeband für die Feinstimmung einzelner Töne des Chanters. Ist ein Ton etwas zu hoch, klebt man damit die obere Kante des entsprechenden Grifflochs ein wenig ab, damit der Ton tiefer wird.
Triplet:Eine Gruppe von drei aufeinander folgenden Noten, oft von der selben Tonhöhe, getrennt durch G-D-E Gracenotes. Kommt besonders häufig bei Jigs vor und in manchen Piobaireachd-Variationen.
Urlar:Auch Ground: Melodiethema eines Piobaireachd.
Water Trap:Wasserfalle. Sie soll die kondensierte Atemfeuchtigkeit auffangen, damit diese nicht an die Reeds kommen kann. Diese würden sich sonst beim Spielen verstimmen.

Stand: 30.09.2018, © André Reinhardt

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